Im Jahr 2017 wurde im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes die Datengrundlage
für ein städtisches Potenzialkataster für Photovoltaikanlagen geschaffen.
Nachdem die Daten vom verantwortlichen Ingenieurbüro Seecon übermittelt wurden,
kann nun eine entsprechende Karte für das gesamte Stadtgebiet erstellt werden,
damit das Potenzialkataster auf der Webseite veröffentlicht werden kann.
Ziel eines Potenzialkatasters für Photovoltaikanlagen ist, Potenziale für
solare Energie aufzuzeigen und Eigentümer von Dachflächen bei der Installation
von PV-Anlagen grundlegend zu unterstützen. Damit soll insbesondere in Zeiten
erheblicher Preissteigerungen im Energiesektor aufgezeigt werden, wie auf dem
eigenen Dach erneuerbare Energie erzeugt werden kann. Darüber hinaus trägt eine
mithilfe des Potenzialkatasters initiierte Kampagne zur solaren
Energieerzeugung dazu bei, die im Stadtgebiet produzierten Treibhausgase zu
reduzieren.
Beispiele für entsprechende Potenzialkataster für Photovoltaikanlagen,
die von Kommunen oder auch Landkreisen angeboten und veröffentlicht wurden,
gibt es deutschlandweit zu finden. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen
gibt es bisher jedoch nur wenige Beispiele. Die Stadt Erfurt (Link zur Webseite) oder auch der Oberbergische Kreis, in
welchem die Burger Partnerstadt Gummersbach liegt (Link zur Webseite), sind nur einige Beispiele von
Städten/Landkreisen, die ein Solarkataster zur Verfügung stellen. In beiden
Beispielen wurde das Potenzialkataster mit interaktiven Elementen hinterlegt,
um das eigene Dach auswählen zu können und schon im Kataster selbst weitere
Informationen zur Wirtschaftlichkeit einer möglichen PV-Anlage zu erhalten.
Diese Möglichkeiten sind in Sachsen-Anhalt aufgrund von datenschutzrechtlichen
Bedenken begrenzt.
In Burg sollen die im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes erhobenen Daten
dazu verwendet werden, um kostengünstig eine Karte des Burger Stadtgebietes zu
erstellen, in welcher die Potenziale für solare Energie mithilfe eines
Farbcodes für alle Dachflächen angegeben werden (siehe beispielhaftes Bild).
Damit erhalten Eigentümer von potenziellen Dachflächen auf einen Blick die
Möglichkeit das Potenzial für eine eigene Photovoltaikanlage abzuschätzen. Bei
dieser Art der Darstellung von Potenzialen werden im Gegensatz zu den oben
genannten Beispielen keinerlei personenbezogene Daten von Gebäudeeigentümern
erhoben oder verarbeitet.

Ausschnitt aus beispielhaftem
Potenzialkataster Photovoltaik der Stadt Burg
Das Potenzialkataster richtet sich primär an Eigentümerinnen und
Eigentümer von Eigenheimen, kann jedoch auch von in Burg ansässigen Unternehmen
verwendet werden, um Potenziale für die eigenen Liegenschaften zu evaluieren.
Auch Mieterinnen und Mieter erhalten dadurch die Möglichkeit gemeinsam die
Installation von gemeinsamen PV-Anlagen (Mieterstrommodelle) anzustoßen, um
günstigere Strompreise beziehen zu können.
Anschließend kann mithilfe simpler Berechnungstools (externe Angebote) am
eigenen Computer berechnet werden wie hoch die Kosten für eine PV-Anlage sein
könnten, welchen Nutzen und welchen Ertrag eine entsprechende PV-Anlage haben
könnte.
Mit diesem Angebot werden auf der städtischen Internetpräsenz
niederschwellig grundlegende, verlässliche und insbesondere anbieterunabhängige
Informationen zur Verfügung gestellt, die auf anderem Weg ggf. nur durch längere
Recherchen und/oder kostenpflichtige Beratungsangebote eingeholt werden können.
Darüber hinaus soll kurz und knapp durch den gesamten Prozess zur Installation
einer eigenen PV-Anlage geführt werden, um die Hemmschwelle für solche privaten
Vorhaben zu senken.
Da mithilfe des Potenzialkatasters für Photovoltaikanlagen alle im
Stadtgebiet befindlichen Gebäude betrachtet werden, sollen die Bürgerinnen und
Bürger die Möglichkeit erhalten mittels eines Formulars Widerspruch gegen die
Veröffentlichung des Potenzials der eigenen Dachfläche einzulegen. Das Formular
wird auf der städtischen Webseite zur Verfügung gestellt. Ein beispielhaftes
Formular der Stadt Erfurt ist in der Anlage zu finden und könnte für die Zwecke
der Stadt Burg als Vorlage dienen. Der Widerspruch soll möglichst
unbürokratisch stattfinden, sodass bspw. immer zum Ende eines Monats
entsprechende Widersprüche aus dem öffentlichen Potenzialkataster gelöscht
werden. Der Aufwand für diese monatlichen Anpassungen würde sich auf ca. 0,5
Arbeitsstunden pro Monat belaufen.
Die Daten auf welchen das Potenzialkataster beruht, wurden schon im Jahr
2016/2017 erhoben und sind damit teilweise schon veraltet. Jedoch sind
Neubauten (nach 2016 erbaut) häufig schon mit erneuerbaren Energien und
dementsprechend auch PV-Anlagen ausgestattet. Daher ist prinzipiell auch die
Aktualisierung des Datensatzes denkbar, um jene Gebäude mit in die Betrachtung
aufzunehmen, die nach der Datenerhebung in 2017 gebaut wurden. Dies könnte
bspw. in einem zwei- bis dreijährigen Turnus stattfinden, um regelmäßig
Neubauten mit in die Betrachtung aufnehmen zu können. Die Kosten und der
Aufwand hierfür konnten bisher noch nicht abgeschätzt werden.
Aufwand zur Erstellung und
Veröffentlichung des Potenzialkatasters für Photovoltaikanlagen auf
Dachflächen:
Die Datengrundlage wurde schon vom Ingenieurbüro „seecon Ingenieure“
geschaffen, weshalb lediglich Karten für das Potenzialkataster erstellt werden
müssen. Diese werden dann in die Cloud hochgeladen, sodass von der städtischen
Webseite aus darauf zugegriffen werden kann. Es sind einzelne Karten (im
PDF-Format) für das Stadtgebiet und pro Ortschaft geplant. Der Aufwand hierfür
wird vom entsprechenden Sachbearbeiter auf insgesamt ca. 5-10 Arbeitsstunden
geschätzt und kann von ihm erledigt werden. Begleit- und Erklärtexte zur
Handhabung des Potenzialkatasters werden vom Klimaschutzmanager erstellt. Die
ADV ist anschließend für die Implementierung der Inhalte auf der Webseite
verantwortlich.
Nach der Veröffentlichung des Potenzialkatasters sind bei Bedarf
Veranstaltungen zur Erläuterung der Funktionsweise des Katasters und ggf.
weitere Veranstaltungen bspw. in Zusammenarbeit mit der Landesenergieagentur,
der Verbraucherzentrale, der Stadtwerke Burg oder des Vereins für erneuerbare
Energien des Jerichower Landes geplant, um die Bürgerinnen und Bürger zu
informieren und weiterführende Beratungsangebote anzubieten.
Anlagen:
Anlage 1 zu BV
062_2022_Solarkataster-Layout Stadt Burg (Kernstadt)
Anlage 2 -
Beispielhaftes Widerspruchsformular - Erfurt
Der Stadtrat beschließt die Erstellung eines Potenzialkatasters für Photovoltaikanlagen auf Dachflächen innerhalb der Stadt Burg, den Ortschaften und den Ortsteilen, sowie die Veröffentlichung des Katasters auf der städtischen Webseite. Damit soll das Ziel der Förderung von privaten Photovoltaikanlagen innerhalb des Stadtgebietes verfolgt und die Hemmschwelle zur Installation einer eigenen PV-Anlage gesenkt werden.
Finanzielle Auswirkungen ?
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ja |
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X |
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Gesamtkosten der Maßnahmen
(Beschaffungs- Herstellkosten) |
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jährliche Folgekosten/-lasten |
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Land: EUR |
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Produktsachkonto |
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Folgejahr: |
EUR |
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Verfahrensweise gegenüber der Kommunalaufsicht
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Genehmigung |
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Anzeige |
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nicht erforderlich |
